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Hilfe, die Herdmanns kommen!
„Hilfe, die Herdmanns kommen!“
Ein herzerwärmender Familienklassiker rund um das ungewöhnlichste Krippenspiel aller Zeiten.
von Barbara Robinson
- bearbeitet von Nele und Paul Maar

Regie: Maria Emsden
Eintrittspreis:
8,00 Euro

Sa.
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Mi.

24.11.2018
02.12.2018
08.12.2018
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15.12.2018
15.12.2018
16.12.2018
22.12.2018
22.12.2018
23.12.2018
26.12.2018

18:00 Uhr
16:00 Uhr
14:00 Uhr
16:00 Uhr
16:00 Uhr
18:00 Uhr
16:00 Uhr
16:00 Uhr
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16:00 Uhr
16:00 Uhr

Sie gelten als die schlimmsten Kinder aller Zeiten: die Herdmanns. Als es ihnen gelingt, sämtliche Hauptrollen im Krippenspiel zu übernehmen, scheint sich eine Katastrophe anzubahnen.
Die Herdmanns, die noch nie etwas von der Weihnachtsgeschichte gehört haben, übertragen diese in ihre eigene Realität und eröffnen damit ein ganz neues Verständnis der Weihnachtsbotschaft. Ein ordentlicher Schinken ist dort allemal ein passenderes Geschenk für das Jesuskind als Gold, Weihrauch und Myrrhe. Eugenia Herdmann ist als Maria bereit, jeden zu verprügeln, der „ihrem„ Jesusbaby zu nahe kommt. Ihre Schwester Hedwig als Verkündigungsengel gleicht eher Batman und auch der Rest der Herdmanngang verblüfft immer wieder durch ihre ganz spezielle Interpretation des Weihnachtsgeschehens.
Dass dies alles nicht im absoluten Chaos endet, ist Mrs. Bradley, einer couragierten Frau, zu verdanken, die sich entgegen all der Kritik und Vorurteile der Kirchengemeinde dafür einsetzt, dass das Krippenspiel trotz aller Widrigkeiten letztendlich doch zur Aufführung kommt und…
Weihnachten ist ja bekanntlich die Zeit der Wunder. Und diese findet man oft dort, wo man sie am wenigsten erwartet, dort wo die Welt eben nicht perfekt und heil ist, wo sich aber vieles zum Besseren ändern kann, wenn man Chancen einräumt und den Weg dafür ebnet.
Kein Wunder, das das berührende, humorvolle Stück als echter Klassiker auch 30 Jahre nach der Erstaufführung noch immer frisch, unverbraucht und gleichermaßen beliebt ist bei Jung und Alt.

Darsteller
Vater Bob Bradley
Mutter Barbara Bradley
Betty Bradley
Charlie Bradley
Ralf Herdmann
Eugenia Herdmann
Leopold Herdmann
Klaus Herdmann
Olli Herdmann
Hedwig Herdmann
Alice Wendlaken
Frau Armstrong
Fr. Slocum / Emily Hopper
Frau Clark
Maxine
Pfarrerin Hopper
Beverly
Macy
Lisa
Miriam
Michael Meisenzahl
Stefanie Maselli
Nina Marschall
Bruno Stöhr
Niklas Schad
Katharina Lehrmann
Rasmus Klübenspies
René Schellenberg
Paul Weißenberger
Leonore Thesen
Helena Diel
Eva Maselli
Emily Rehm
Maria Emsden
Sonja Weißenberger
Eva Maselli
Marie Steuer
Macy Brand
Lisa Beck
Miriam Otto

Mitwirkende hinter und vor der Bühne
Maske / Frisuren
Bühnenbild / Aufbauten
"
Technik / Licht / Ton
"
"
Souffleuse
Kostüme
Requisiten / Inspizienz
Regie
Angelika Nickel
Peter Gsell
Bob Emsden
Ralf Mahlo
Werner Gasser
Matthias Herrmann
Gudrun Buberl
Claudia Bauer
Gudrun Buberl
Maria Emsden
Karten & Infos:

Kartenservice MAHLO
MAHLO telecom
Hauptstr. 30
97753 Karlstadt

Öffnungszeiten:
Mo - Fr.
und
Sa.
9.00 - 12.30
14.00 - 18.00
10.00 - 13.00
Mittwoch Nachmittag
geschlossen
Fotos: Gerd Nickel
MAIN-POST
  Ausgabe Karlstadt
  vom Montag, den 26. November 2018

von Günter Roth
„Herdmanns“ feiern umjubelte Premiere

Eine gute Nachricht vorweg: Das Kinderstück „Hilfe, die Herdmanns kommen“ unter der Regie von Maria Emsden feierte im Theater in der Gerbergasse eine umjubelte Premiere feiern. Die schlechte Nachricht: Wer jetzt Lust auf das Stück hat, aber noch ohne Karten ist, hat Pech. Schon zur Premiere am Freitagabend waren alle neun geplanten Vorstellungen bis zum Zweiten Weihnachtsfeiertag komplett ausverkauft!

Die „Herdmanns“ – geschrieben von Barbara Robinson, bearbeitet von Nele und Paul Mahr, in Karlstadt inszeniert von Maria Emsden – sind eigentlich eine uralte Geschichte. Immer wieder neu aufbereitet und dennoch auch heute hoch aktuell. Es geht um scheinbar heiles bürgerliches Familienleben im Spannungsfeld mit sozial gefährdeten, prekären Verhältnissen, um den angepassten, immer gleichen Trott und um die verzweifelte Suche nach Anerkennung, Sicherheit und Wärme. Und es geht vor allem um den Zauber von Weihnachten, ganz ohne Rührseligkeit und Kitsch.

Interessante Fragen

Bei viel Spaß und schrillen Situationen tauchen wie nebenbei Fragen auf, die man sich sonst so nicht stellt: „Lasset die Kinder zu mir kommen!“ – ob diese Aussage Jesu wirklich auch für die Herdmanns gelten sollte? Ein Neugeborenes in einem Futtertrog? – „Bei uns lag der kleine Olli in der Schreibtischschublade“, bemerkte ein Hermann-Sprössling lakonisch. Sind die drei Weisen aus dem Morgenland womöglich vom Sozialamt? Und warum bezahlen die nicht das Hotel für die Heilige Familie? Was ist dran, wenn Leonore Thesen als „Verkündigungsengel“ statt der bekannt salbungsvollen Worte den Hirten zuruft: „Hey Leute! Euch ist ein Kind geboren!“ Ja, so könnte man die Weihnachtsgeschichte auch sehen!

Neben der Geschichte sind die Schauspieler der Knüller. Mit Steffi und Eva Maselli sowie Michael Meisenzahl drei Erwachsene und dann die stolze Zahl von 15 hochmotivierten jungen Leuten, die in ihren Rollen aufgehen und die Zuschauer mitreißen. Die obercoolen Chaoten der Herdmanns-Familie, die im Laufe der Weihnachtsgeschichte ein bisschen Licht und Hoffnung erleben dürfen. Am besten zeigt sich das in der Rolle der Maria, gespielt von Katharina Lehrmann. Sie ist grob, rüpelhaft und raucht auf dem Mädchenklo Zigarren. Am Ende aber wird sie sanft und schließlich hält sie „ihr Jesuskind“ unter Tränen im Arm.

Frisch und wohltuend

„Hilfe, die Herdmanns kommen“ sind eine gelungene Mischung aus frischem Theaterspiel, ernsten Untertönen und einer wohltuenden Weihnachtsbotschaft. Geschickt zeigt die Regisseurin Emsden die sozialen Interaktionen: Wie sich die „Kinder aus gutem Hause“ von dem bisher langweiligen Krippenspiel zurückziehen, wie die schrecklichen Herdmanns sich da reindrängen, alles aufmischen, auf den Kopf stellen und schließlich eine Wandlung erleben. Das kommt authentisch und glaubwürdig.

Pfiffig ist auch die Integration der Erwachsenen. Die hyperaktive und stringente Frau Armstrong, köstlich gespielt von Eva Maselli, der weitgehend ignorante, konservative Familienvater Bob (Michael Meisenzahl) und die herrlich aufgeregte und zeitweise verzweifelnde Mutter Barbara (Steffi Maselli), die dann doch Raum lässt, Impulse gibt und somit alles zum guten Ende führt.

Angesichts der bereits ausverkauften Vorstellungen bleibt weiteren Interessenten nur die Hoffnung, dass sich die Beteiligten zu weiteren Aufführungen entschließen.