Das Streichquartett
„Das Streichquartett“
Ein Komödie von Szőke Szakáll
überarbeitet von Dieter Hildebrandt
Regie: Werner Hofmann
Ein Klassiker....
....da bleibt kein Auge trocken!

Der geschäftstüchtige Direktor Schwarz und seine hübsche, leider nicht mit hoher Intelligenz gesegnete Gattin Bella erwarten einen wichtigen Geschäftspartner als Gast.
Zum vollkommenen Gelingen des Abends sollte ein „betriebseigenes Streichquartett“ mit schöner Musik beitragen.
Die vier „Musiker“, allesamt völlig unmusikalisch, jedoch Komiker auf der Bühne, geraten in arge Bedrängnis, als die Stunde der Wahrheit naht.
Da helfen weder die sterbenskranke Tante noch ein Arm in der Schlinge, da nützt es auch nichts, wenn man den Bogen oder das „Sordino“ vergessen hat.
Der hohe Gast setzt sich in den Ohrensessel und wartet gespannt auf ein Konzert von „Blatt“ oder „Allegretto“.
Zum Glück hat das naive Hausmädchen der Familie, eine tolle Idee.

Ob es zum vollendeten Kunstgenuss im Hause Schwarz kommt oder nicht, sehen Sie ab 26. Dezember.

Darsteller
Direktor Schwarz
Bella, seine Frau
Else, das Hausmädchen
Krümmer, Sekretär v. Dir. Schwarz
Meier 1, Angestellter
Meier 2, Angestellter
Dr. Blass, Betriebspsychologe
Dorn, Liebhaber von Bella und Else
Direktor Sommer, Bankdirektor
Silvestergäste
 
Georg Rauwolf
Barbara Hubrich
Karin Diel
Matthias Frädrich
Werner Hofmann
Thomas Trummer
Peter Daumberger
Yannick Schmitt-Walz
Toni Wittmann
Gäste
 

Mitwirkende hinter und vor der Bühne
Maske / Frisuren
Bühnenbild / Aufbauten
Technik / Licht / Ton
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Fundus
Kostüme
Requisiten / Inspizienz
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Regie
Angelika Nickel
Peter Gsell
Ralf Mahlo
Matthias Herrmann
Werner Gasser
Thomas Trummer
Claudia Bauer
Gudrun Buberl
Claudia Bauer
Werner Hofmann
Fotos: Gerd Nickel
MAIN-POST
  Ausgabe Karlstadt
  vom Dienstag, den 29. Dezember 2015

von Sabine Helfrich
Lauter Tricks und Schwindeleien
Spritzig und witzig inszenierter Einakter zum Jahreswechsel in der Gerbergasse

Mit „Das Streichquartett“, einer Komödie von Szöke Szakall (in ‹berarbeitung von Dieter Hildebrandt), präsentiert das Theater in der Gerbergasse zum Jahreswechsel einen Bühnenklassiker aus den 60er Jahren. Spritzig und witzig zeigte sich das Schauspiel-Ensemble um Regisseur Werner Hofmann bei der ausverkauften Premiere am Abend des zweiten Weihnachtsfeiertages.

Eine gehörige Portion Situations- und Wortkomik verfehlte ihre Wirkung beim begeisterten Publikum, darunter auch Familien mit Kindern, nicht und wurde mit viel Szenen- und Schlussapplaus belohnt.

Die Handlung des Stücks ist einfach und schnell durchschaubar, sie lebt wesentlich von den skurrilen Charakteren, die aufeinandertreffen. Und genau hier zeigten die allesamt erfahrenen Schauspieler ihre Stärken, sie arbeiteten die Wesenszüge ihrer Rollen durch gekonnt eingesetztes ‹berzeichnen brillant heraus und hatten die Lacher auf ihrer Seite.

Georg Rauwolf mimt den etwas nervösen Direktor Schwarz, der dringend einen Kredit für sein marodes Unternehmen benötigt und sich diesen von Dr. Sommer (Toni Wittmann), einem Liebhaber von Kammermusik und guten Zigarren, erhofft. Daher soll ein eigens dafür gegründetes betriebseigenes Streichquartett am Silvesterabend im Hause Schwarz aufspielen.

Matthias Frädrich ist als „Krümmer“, der sich anbiedernde Sekretär von Direktor Schwarz, für die Auswahl der Musiker verantwortlich. Nach und nach stellt sich jedoch heraus, dass keiner der vier geladenen Musiker sein Instrument beherrscht. Da nutzt es auch nichts, dass Bella, die affektierte Gattin des Hausherren, vortrefflich gespielt von Barbara Hubrich, immer wieder zum Tee bittet. Mit Notlügen, Ausreden, Beschwichtigungen und gutem Zureden versuchen nun alle Beteiligten auf ihre Weise, den Abend und den geschäftlichen Erfolg oder die eigene Haut zu retten. Es wird getrickst und geschwindelt, was das Zeug hält.

Im Mittelpunkt stehen die vier unbegabten Musiker des Streichquartetts. Allen voran Werner Hofmann, der mit seiner treffsicheren und ausdruckstarken Mimik besticht und den skurrilen Violinisten „Meier 1“ verkörpert. Im Zusammenspiel mit „Violine und Meier 2“, hervorragend dargestellt von Thomas Trummer, ergeben sich lustige, teils abstruse Situationen, bis dahin, dass die „beiden Meiers“ mit jeweils einem Arm in einem Mantel steckend zu ihrer kranken Tante eilen wollen.

Eindrucksvoll und grotesk ist auch der Auftritt des Betriebspsychologen Dr. Blass (Peter Daumberger), dessen Cello abhanden gekommen ist und der, als es auftaucht, nicht so recht damit umzugehen weiß, dafür aber umso besser die Kurven von Sekretärinnen deuten kann. Ob ein „Sordino“ ein Wetterschutz gegen Regen oder gar ein Fahrzeug ist und ob an diesem Abend vom „Blatt“ oder „Allegretto“ gespielt werden soll, ist dem jungen charmanten Bratschisten Dorn (Yannick Schmitt-Walz), der sich als Liebhaber der Hausherrin Bella und des Hausmädchens Else entpuppt, egal. Er hat alle Hände voll zu tun, seine beiden Geliebten im Zaum zu halten.

Das pfiffige Hausmädchen Else, reizend dargestellt von Karin Diel, verhilft dem vermeintlichen Streichquartett schließlich doch noch zu einem kurzen bemerkenswerten Konzerterfolg, bis der Hausherr Schwarz einen Stromausfall fingiert. In dem ganzen Tumult fällt gar nicht auf, dass sich Dr. Sommer zu einem Nickerchen zurückgezogen hat. Als dieser tiefenentspannt erwacht, hat er zum Entsetzen der Musiker nur einen Wunsch, er bittet um Wiederholung.

Fazit: Ein hervorragend inszenierten Einakter, beim dem kein Auge trocken bleiben dürfte.

Weitere Vorstellungen: 31. Dezember (Silvester), 18 und 20 Uhr, 2. Januar, 19.30 Uhr, und 3. Januar, 18 Uhr. Aufgrund der großen Nachfrage werden zwei Zusatzvorstellungen aufgeführt am Dienstag, 5. Januar, 19.30 Uhr, und am Mittwoch, 6. Januar, 18 Uhr.

Karten: bis 31. Dezember bei Mahlo-Telecom, Karlstadt, Hauptstraße 30, oder Tel. (0 93 53) 9 09 94 90.